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Steuererklärung für 2017: Was ist neu?

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Vermutlich haben Sie noch nicht alle Unterlagen vorliegen, aber bald werden Sie sich an die Steuererklärung für das Jahr 2017 machen müssen. Was es für dieses Steuerjahr Neues gab, lesen Sie hier.

Änderungen gab es in verschiedenen Bereichen – Freibeträge wurden erhöht, Bürokratie abgebaut und Papier eingespart, weil mehr und mehr Daten elektronisch ausgetauscht werden.

Hier ein kleiner Überblick – die ausführliche Liste finden Sie auf unserer Seite Steuererklärung und Finanzamt !

  • Der Grundfreibetrag beträgt seit dem 1.1.2017 8.820 Euro. Als Ausgleich der 2014 und 2015 entstandenen kalten Progression werden zusätzlich die Eckwerte des Steuertarifs um 0,73 % angehoben. Das entspricht der Inflationsrate des Jahres 2016 und führt ab 2017 zu einer zusätzlichen Steuerentlastung. Der Eingangssteuersatz von 14 Prozent bleibt konstant.

  • Das Finanzamt fordert die Belege, die es sehen will, nur noch bei Bedarf an. Sie müssen von sich aus also keine Belege mehr einreichen. Das gilt insbesondere für Spendenquittungen, die Sie bisher zwingend vorlegen mussten. Aus der Vorlagepflicht wird damit eine Aufbewahrungspflicht.

  • Viele Daten werden elektronisch an das Finanzamt übermittelt, zum Beispiel die Höhe der Rentenzahlungen, Lohnersatzleistungen und Krankenversicherungsbeiträge. Stellt sich heraus, dass die übermittelten Daten falsch sind, muss der Steuerbescheid jetzt aufgehoben oder geändert werden – und zwar auch dann, wenn die Einspruchsfrist schon längst abgelaufen ist.

  • Wenn Sie den Behinderten-Pauschbetrag in Anspruch nehmen wollen, müssen Sie dem Finanzamt entsprechende Unterlagen zu Ihrer Behinderung vorlegen. In Zukunft ist dieser Nachweis nicht mehr jedes Jahr nötig, sondern nur noch erforderlich, wenn Sie den Behinderten-Pauschbetrag zum ersten Mal beantragen oder sich etwas ändert (z. B. Grad der Behinderung) oder das Finanzamt diesen anfordert.

  • 2017 gab es für das erste und zweite Kind ein Kindergeld in Höhe von 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind je 223 Euro. Der Kinderfreibetrag fiel mit 4.716 Euro ebenfalls etwas höher aus. Der Erziehungsfreibetrag blieb unverändert bei 2.640 Euro.

  • Der Kinderzuschlag wurde ab dem 1.1.2017 auf 170 Euro monatlich angehoben. Ihn erhalten Eltern, die zwar ihren eigenen Lebensunterhalt selbst bestreiten können, aber nicht genug Geld haben, um auch den Bedarf für ihre Kinder zu decken.

  • Für Kinder von bis zu fünf Jahren gab es ab 1.1.2017 einen Unterhaltsvorschuss von 152 Euro pro Monat, für ältere Kinder von 203 Euro pro Monat.

  • Entsprechend der Änderung beim Grundfreibetrag erhöhte sich auch der Unterhaltshöchstbetrag auf 8.820 Euro. Durch die Erhöhung können auch höhere Unterhaltsleistungen steuerlich geltend gemacht werden.

Quelle: www.steuertipps.de


Steuererklärung: Abgabefrist darf bis zum Ende ausgenutzt werden

 - Klingt eigentlich logisch – aber der Finanzverwaltung musste genau das jetzt noch einmal vom Bundesfinanzhof klargemacht werden. Lesen Sie hier, um welchen Fall es dabei ging.

Ein Ehepaar hatte einen Steuerberater mit der Erstellung seiner Steuererklärung beauftragt. Eigentlich sollte dieser bis Ende 2011 Zeit für die Abgabe haben. Doch das Finanzamt forderte die Steuererklärung bereits für den 31.8.2011 an. Eine Begründung für diese Vorverlegung der Frist lieferten die Finanzbeamten nicht.

Der Steuerberater reichte die Erklärung Anfang Dezember 2011 ein. Daraufhin sollten die Eheleute einen Verspätungszuschlag in Höhe von 880 Euro bezahlen. Was sie – zu Recht – nicht einsahen: Der BFH erklärte sowohl die Friständerung als auch den Strafzuschlag für rechtswidrig (BFH-Urteil vom 17.01.2017, Az. VIII R 52/14).

Dass das Finanzamt irgendwann im Lauf der Verhandlung als Begründung für die Friständerung erklärt hatte, dass das Ehepaar in den Jahren vor 2011 seine Steuererklärung mehrfach zu spät abgegeben hatte, änderte daran nichts. Diese Information hätte früher kommen müssen.

 

Quelle: https://www.steuertipps.de


Stufenweise Ermittlung der zumutbaren Belastung (Krankheitskosten & Co.)

Urteil vom 19.1.2017   VI R 75/14

 

Mit Urteil vom 19. Januar 2017 (VI R 75/14) hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Steuerpflichtige sog. außergewöhnliche Belastungen (z.B. Krankheitskosten) weitergehend als bisher steuerlich geltend machen können.

 

Der Abzug außergewöhnlicher Belastungen ist nach § 33 Abs. 1 und 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nur möglich, wenn der Steuerpflichtige mit überdurchschnittlich hohen Aufwendungen belastet ist. Eine Zumutbarkeitsgrenze („zumutbare Belastung“) wird in drei Stufen (Stufe 1 bis 15.340 €, Stufe 2 bis 51.130 €, Stufe 3 über 51.130 €) nach einem bestimmten Prozentsatz des Gesamtbetrags der Einkünfte (abhängig von Familienstand und Kinderzahl) bemessen (1 bis 7 %). Der Prozentsatz beträgt z.B. bei zusammenveranlagten Ehegatten mit einem oder zwei Kindern 2 % (Stufe 1), 3 % (Stufe 2) und 4 % (Stufe 3).

 

Nach dem Urteil des BFH wird jetzt nur noch der Teil des Gesamtbetrags der Einkünfte, der den im Gesetz genannten Stufengrenzbetrag übersteigt, mit dem jeweils höheren Prozentsatz belastet. Danach erfasst z.B. der Prozentsatz für Stufe 3 nur den 51.130 € übersteigenden Teilbetrag der Einkünfte. Bislang gingen demgegenüber Finanzverwaltung und Rechtsprechung davon aus, dass sich die Höhe der zumutbaren Belastung einheitlich nach dem höheren Prozentsatz richtet, sobald der Gesamtbetrag der Einkünfte eine der in § 33 Abs. 3 Satz 1 EStG genannten Grenzen überschreitet. Danach war der höhere Prozentsatz auf den Gesamtbetrag aller Einkünfte anzuwenden.

 

Im Streitfall hatte der Kläger zusammen mit seiner Ehefrau in der gemeinsamen Einkommensteuererklärung Krankheitskosten in Höhe von 4.148 € als außergewöhnliche Belastungen erklärt. Da der Gesamtbetrag der Einkünfte der Eheleute über 51.130 € lag, berechnete das Finanzamt (FA) die zumutbare Belastung unter Anwendung des in der Situation des Klägers höchstmöglichen Prozentsatzes von 4 %. Die Krankheitskosten der Eheleute wirkten sich nach dem Abzug der zumutbaren Belastung nur noch mit 2.069 € steuermindernd aus.

 

Der BFH gab dem Kläger insoweit Recht, als er die vom FA berücksichtigte zumutbare Belastung neu ermittelte. Bei der nun gestuften Ermittlung (im Streitfall 2 % bis 15.340 €, 3 % bis 51.130 € und 4 % erst in Bezug auf den die Grenze von 51.130 € übersteigenden Teil der Einkünfte) erhöhten sich die zu berücksichtigenden Krankheitskosten um 664 €. Maßgebend für die Entscheidung des BFH waren insbesondere der Wortlaut der Vorschrift, der für die Frage der Anwendung eines bestimmten Prozentsatzes gerade nicht auf den „gesamten Gesamtbetrag der Einkünfte“ abstellt, sowie die Vermeidung von Härten, die bei der Berechnung durch die Finanzverwaltung entstehen konnten, wenn eine vorgesehene Stufe nur geringfügig überschritten wurde.

 

Das Urteil des BFH betrifft zwar nur den Abzug außergewöhnlicher Belastungen nach § 33 EStG, ist aber im Anwendungsbereich dieser Vorschrift nicht auf die Geltendmachung von Krankheitskosten beschränkt. Die Entscheidung hat weitreichende Bedeutung, da Steuerpflichtige nun in der Regel früher und in größerem Umfang durch ihnen entstandene außergewöhnliche Belastungen steuerlich entlastet werden.

BFH-Urteil des VI. Senats vom 19.01.2017 - VI R 75/14 -

 


Häusliches Arbeitszimmer: Personenbezogene Ermittlung

BFH-Urteil vom 15.12.2016   VI R 53/12

BFH-Urteil vom 15.12.2016   VI R 86/13

 

Nutzen mehrere Steuerpflichtige ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam, ist die Höchstbetragsgrenze von 1.250 € personenbezogen anzuwenden, so dass jeder von ihnen seine Aufwendungen hierfür bis zu dieser Obergrenze einkünftemindernd geltend machen kann. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit zwei Urteilen vom 15. Dezember 2016 VI R 53/12 und VI R 86/13 entschieden und dabei seine Rechtsprechung zu § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zugunsten der Steuerpflichtigen geändert.

 

Der BFH ist bislang von einem objektbezogenen Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer ausgegangen. Die abziehbaren Aufwendungen waren hiernach unabhängig von der Zahl der nutzenden Personen auf 1.250 € begrenzt. Nunmehr kann der Höchstbetrag von jedem Steuerpflichtigen in voller Höhe in Anspruch genommen werden, der das Arbeitszimmer nutzt, sofern in seiner Person die Voraussetzungen des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 EStG erfüllt sind.

 

Im ersten Fall (Az: VI R 53/12) nutzten die Kläger gemeinsam ein häusliches Arbeitszimmer in einem Einfamilienhaus, das ihnen jeweils zur Hälfte gehörte. Finanzamt und Finanzgericht (FG) erkannten die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer von jährlich ca. 2.800 € nur in Höhe von 1.250 € an und ordneten diesen Betrag den Klägern je zur Hälfte zu.

 

Der BFH hat die Vorentscheidung aufgehoben. Der auf den Höchstbetrag von 1.250 € begrenzte Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer ist jedem Steuerpflichtigen zu gewähren, dem für seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, wenn er in dem Arbeitszimmer über einen Arbeitsplatz verfügt und die geltend gemachten Aufwendungen getragen hat. Der BFH hat zudem klargestellt, dass die Kosten bei Ehegatten jedem Ehepartner grundsätzlich zur Hälfte zuzuordnen sind, wenn sie bei hälftigem Miteigentum ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam nutzen. Im Streitfall hatte das FG jedoch nicht geprüft, ob der Klägerin in dem Arbeitszimmer ein eigener Arbeitsplatz in dem für ihre berufliche Tätigkeit konkret erforderlichen Umfang zur Verfügung stand. Der BFH hat die Sache deshalb an das FG zurückverwiesen.

 

Im zweiten Fall (Az: VI R 86/13) hat der BFH darüber hinaus betont, dass für den Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer feststehen muss, dass dort überhaupt eine berufliche oder betriebliche Tätigkeit entfaltet wird. Außerdem muss der Umfang dieser Tätigkeit es glaubhaft erscheinen lassen, dass der Steuerpflichtige hierfür ein häusliches Arbeitszimmer vorhält. Dies hatte das FG nicht aufgeklärt. Der BFH musste die Vorentscheidung daher auch in diesem Verfahren aufheben und die Sache an das FG zurückverweisen.

 




Strafe bei verspäteter Steuererklärung

 

Wer seine Steuererklärung nicht innerhalb der vorgesehenen Frist abgibt, muss künftig automatisch 25€ Verspätungszuschlag je Verzugsmonat zahlen. Darauf hat sich der Finanzausschuss des Bundestages bei der Beratung über das Steuermodernisierungsgesetz geeinigt. Ziel des Gesetzes ist es, bestimmte Abläufe in der Finanzverwaltung zu vereinfachen und durch weitgehenden Verzicht auf schriftliche Belege dafür zu sorgen, dass mehr Bürger ihre Steuererklärung elektronisch abgeben. Der Bundestag soll es am kommenden Donnerstag (12.05.16) beschließen, am 01. Januar 2017 soll es in Kraft treten. (...) Quelle: AZ vom 09.05.16


Fahrtkosten bei Vermietung und Verpachtung regelmäßig in voller Höhe abziehbar

 

BFH-Urteil vom 01.12.15 IX R 18/15

Vermieter können Fahrtkosten zu ihren Vermietungsobjekten im Regelfall mit einer Pauschale von 0,30€ für jeden gefahrenen Kilometer als Werbungskosten geltend machen. Die ungünstigere Entfernungspauschale (0,30€ nur für jeden Entfernungskilometer) ist aber dann anzuwenden, wenn das Vermietungsobjekt ausnahmsweise die regelmäßige Tätigkeitsstätte des Vermieters ist. Dies hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 01. Dezember 2015 IX R 18/15 klargestellt.

Pressemitteilung Nr. 34 vom 20. April 2016: http://www.bundesfinanzhof.de/pressemitteilungen